WEBSTAR News
In 5 Generationen vom Tabakladen zum Grosshändler. Tobias und Emil Weber über 150 Jahre WEBSTAR – und warum es mehr braucht als nur gute Produkte.
Emil Weber: Ursprünglich betrieb mein Urgrossvater Heinrich Weber in Wädenswil einen Tabakladen und belieferte umliegende Restaurants und Läden mit seinem Sortiment. Mit der Idee, das bestehende Liefervolumen bei den Kunden zu vergrössern, wurden dann nach dem 2. Weltkrieg zusätzlich Süsswaren ins Sortiment aufgenommen. Während der weiteren Jahre wurde dieser Bereich anschliessend kontinuierlich bis hin zum umfassenden Convenience-Sortiment ausgebaut. Der Eintritt in den Hygiene- und Verbrauchsartikelbereich erfolgte Mitte der 70-iger Jahre dann eher zufällig, da uns ein Hersteller von Zigarettenautomaten auch Kaffeemaschinen zum Verkauf anbot und wir auf diesem Weg mit Produkten wie Kaffeebecher, Servietten, Rührstäbe, etc. in Kontakt kamen. Diese Produktegruppe bildete den Anfang unseres heute sehr umfassenden Bedarfsartikel-Sortiments.
Gründer Heinrich Weber
Ladengeschäft Emil Weber Rauchwaren 1934
Einweggeschirr-Katalog 1981
Tobias Weber: Das ist sicher etwas, das uns heute noch auszeichnet. Wir waren seit jeher in der Festlegung unserer Sortimente und Dienstleistungen nicht festgefahren, sondern suchten immer nach neuen und innovativen Lösungen, ohne das bestehende Fundament zu gefährden. Unser Firmencredo, für unsere Kunden ein verlässlicher Lieferantenpartner zu sein, hat alle Veränderungen überdauert.
Produktmix aus dem Bereich Hygiene- und Medizinartikel
Emil Weber: Grundwerte sind meiner Meinung nach zum Glück nicht markt- oder zeitabhängig. Sie bilden vielmehr einen Kompass und eine Leitlinie für das tägliche Handeln. Unsere Familie ist seit 5 Generationen und jetzt seit 150 Jahren sehr eng mit der Firma verbunden. Entsprechend langfristig und stabil sind unsere Grundwerte. Das Denken und Handeln mit einem sehr langfristigen Fokus zeichnet übrigens auch viele langjährige WEBSTAR-Mitarbeitende aus. Das macht mich besonders stolz.
WEBSTAR Mitarbeitende am Weihnachtsessen
Emil Weber: Unser Sortimentsangebot liegt nur schwerpunktmässig in unserer Hand. Welche Artikel wir im Detail anbieten, bestimmt der Markt. Unsere Kunden sind diesbezüglich also eigentlich unsere Chefs und letztlich für unser Sortiment zuständig. Trotzdem müssen unsere Product Manager und Einkäufer «ihre Nase stets im Wind» halten und Trends und sich abzeichnende Entwicklungen in unserem Sortiment berücksichtigen. Wenn etwas nicht mehr gefragt ist, muss man loszulassen. Ein gutes Beispiel sind unsere Zigarettenautomaten, die wir sehr erfolgreich verkauft haben – heute gehören sie nicht mehr zu unserem Sortiment. Auch den Bereich Festartikel haben wir aufgegeben. Manches hat einfach seine Zeit.
1960 generierte WEBSTAR mit Zigarettenautomaten einen Umsatz von 1 Million.
Emil Weber: Die Umsätze mit den Panini-Bildern vermissen wir schon ein wenig. Das waren immer sehr interessante und intensive Phasen und wie man so schön sagt: «Panini-Jahre». Mit der WM 2006 in Deutschland und der Euro 2008 in der Schweiz und Österreich hatten wir als damaliger Importeur von Panini zwei sensationelle Jahre. Sogar der Blick berichtete auf der ersten Seite über den Panini-Hype und machte für uns somit beste Reklame. Wenn Panini mehr Bildli hätte produzieren können, hätten wir wohl die doppelte Menge verkauft.
Tobias Weber: Wir sagen uns manchmal selbst, unser Markterfolg und unser langfristiger Fokus geben uns recht und zeichnen unsere Tätigkeit aus. Und dies ist nicht arrogant oder selbstherrlich gemeint. Die vielen positiven Rückmeldungen von Kunden, Lieferanten, weiteren Geschäftspartnern, Mitarbeitenden und sogar vom Steueramt sind ein Zeichen, dass wir unseren Job gut machen. Und das soll auch in Zukunft so sein.
Tobias Weber: Die Technologien und die Digitalisierung werden immer wichtiger. Früher waren wir froh, wenn sich jemand darum kümmerte und es einfach funktionierte. Heute sind das zentrale Themen.
Tobias Weber: Wir werden sicher neue Geschäftsfelder bearbeiten. Eines ist uns dabei immer wichtig: Es muss stets einen Bezug zum Kerngeschäft haben. Wir wollen uns auch in Zukunft nicht verzetteln, sondern uns auf Leistungen konzentrieren, welche wir gut machen und unseren Kunden einen Mehrwert anbieten können. Ich persönlich freue mich auf viele spannende Projekte.